Mallorca hat seinen Besuchern zahlreiche interessante Attraktionen zu bieten. Dazu gehört auch die Straßenbahn von Soller.

Die Baleareninsel Mallorca gehört zu den beliebtesten Urlaubszielen im Mittelmeer. Neben Sonne und Strand wartet sie außerdem mit verschiedenen Sehenswürdigkeiten auf. Eine davon ist der sogenannte „Orangen-Express“, bei dem es sich um die Straßenbahn der Gemeinde Soller handelt.
Straßenbahn Soller
Straßenbahn Soller

Entstehung der Straßenbahn

Die Entstehung der Sollerer Straßenbahn ist eng mit der Einweihung der Eisenbahnstrecke verknüpft. Diese wurde am 14. April 1912 eröffnet und sorgte für eine Verbindung mit Mallorcas Hauptstadt Palma. Allerdings stellte der spanische Staat für den Streckenbau lediglich Subventionen für eine Streckenlänge von 30 Kilometern zur Verfügung. Aus diesem Grund wurde der Rest der Strecke von 4,8 Kilometern in Richtung Port de Soller durch eine Straßenbahn ergänzt.
Am 4. Oktober 1913 feierte der Orangen-Express seine Einweihung und bildete dabei gleichzeitig die erste elektrische Straßenbahnlinie der Balearenstadt. Planer der Strecke und Projektleiter war Pedro Garau. Die Gleisstrecke brachte es auf eine Länge von 4868 Metern. Als Meisterstück wurde der Bau der Eisenbrücke angesehen, die über den Torrent Major, einen Fluss, führte. Bewerkstelligt wurde der Bau von der „Maquinista Terrestre y Maritima“, einer spanischen Maschinenmeisterei.
Am Bahnhof war die Trambahn mit einem eigenen Elektrizitätswerk ausgestattet. Dessen Betreibung fand mit einem 65-PS-Verbrennungsmotor statt. Dieser sorgte für den Antrieb einer Dynamomaschine, die von dem Unternehmen Siemens-Schuckert stammte. Dadurch ließ sich beständig Strom von 600 Volt liefern.

Aufgaben der Trambahn

In erster Linie diente die Sollerer Straßenbahn als Beförderungsmittel für Fahrgäste. Aber auch zum Transportieren von Waren gelangte sie zum Einsatz. So wurde in dem kleinen Kühlwaggon frischer Fisch vom Hafen in den Ort geliefert. Des Weiteren transportierte man Kohle zur Fabrik „el Gas“ sowie zum früheren U-Boot-Stützpunkt der Marine. Letzterer erhielt auch militärisches Material wie Torpedos und Minen.
Noch heute verwendet die Straßenbahn drei Triebwagen und zwei Anhänger aus dem Jahr 1913. Sie wurden seinerzeit von dem Unternehmen „Carde & Escoriaza“ in Saragossa angefertigt. Die offenen Waggons bekam die Bahnlinie im Jahr 1954 von der Trambahn Palma. Darüber hinaus besitzt die Straßenbahn fünf weitere Triebwagen aus der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. Um sie der Gleisbreite anzupassen, erfolgte ihr Umbau von 900 Millimetern Spurweite auf 914 Millimeter. Drei der Waggons finden als rollendes Ersatzteillager Verwendung.

Streckenführung

Der Orangen-Express rollt vom Sollerer Bahnhofsvorplatz in Richtung Innenstadt. Dabei führt die Straßenbahn auf einer eingleisigen Strecke an den Zitronenhainen vorbei. Außerdem verläuft die Fahrt am Hauptplatz des Ortes, der Plaza de sa Constitucio vorbei. Die Fahrgäste haben dabei die Gelegenheit, das Meer sowie die imposanten Hafenanlagen, die zum Teil aus dem 18. Jahrhundert stammen, zu bewundern.
Die Fahrt dauert etwa 15 bis 30 Minuten und endet an der Hafenmole der kreisrunden Bucht in einem kleinen Bahnhof, der noch aus der Gründerzeit stammt. Das Fahrtempo ist mit maximal 30 km/h nur gering, was sich auf die schon stark abgenutzte Infrastruktur zurückführen lässt. Besondere Kennzeichnungen für die einzelnen Haltestellen sind nicht vorhanden. So verfügen diese lediglich über Bahnsteigkanten.

Die Straßenbahn als Touristenattraktion

Dennoch wird die Sollerer Straßenbahn sowohl von den Einheimischen als auch von den Besuchern der Gemeinde mit großer Begeisterung genutzt. Vor allem die offenen Waggons, die als „Jardineras“ bezeichnet werden, erfreuen sich großer Beliebtheit und eignen sich großartig für einen Ausflug durch die Stadt. Der Fahrpreis für eine einfache Fahrt über die komplette Strecke liegt bei ca. 6 Euro.


 

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